Vor ein paar Tagen las ich (im Spiegel glaube ich) einen Artikel über Roland Kaiser. Dessen Heimspiel bis vor kurzem immer in Dresden war. Obwohl er nicht vor dort kommt, verkaufte stets am meisten Tickets und war rundum beliebt. Bis er sich zwischen zwei Liedern zu Pegida, in Dresden ebenfalls sehr beliebt, äußerte. Seine klare Aussprache dagegen, nahm man ihm zum Teil schwer übel. Ich kenne kein Lied von ihm mit Titel, bin jetzt aber ein klein wenig Fan. Das hat mit dieser Aktion von Fishermans Friend nur bedingt zu tun. Ich werde mir deswegen morgen an der Kasse kein Päckchen Lutschpastillen einstecken, aber ich finde es gut und vor allem wichtig, das solche Statements gemacht werden.

In allen größeren und auch vielen kleineren Städten gibt es ehrenamtliche Initiativen, die sich um Flüchtlinge kümmern, die hier Asyl suchen. Die Webseite Pro Asyl hat eine interaktive verschiedener Initiativen erstellt, auf der bereits einiges verzeichnet ist. Wer sich für für Flüchtlinge engangieren möchte, wird hier sicher fündig. Außerdem gibt es einen Leitfaden für Dinge, die wirklich helfen oder am meisten benötigt sind. Auch Tipps und Hinweise auf fehlende Einträge werden ebenfalls entgegen genommen.

Wo kann ich mich für Flüchtlinge engagieren? Darüber geben mittlerweile viele von Ehrenamtlichen oder den Flüchtlingsräten erstelle Überblickseiten Auskunft. Diese Karte soll Interessierten helfen, vor Ort Projekte und Initiativen zu finden, die sich für Flüchtlinge engagieren.

Der Paderborner Willi Ernst wohnt mit einer syrischen Flüchtlings-Familie zusammen. Er sagt das so, als wäre das völlig normal. Als wäre es völlig normal, das er, der zuhause mehr als genug Platz hat, Fremde aufnimmt. Und in ganz Deutschland, nicht nur in Freital, auch in Hamburg und anderswo, gab und gibt es Proteste gegen die Aufnahme von Menschen in Not. Die Stadt Paderborn zahlt ihm eine Miete für die Wohnfläche, doch reich wird er damit sicher nicht. Bessere Integration kann ich mir kaum vorstellen. Ich finde Willi Ernst ist ein exzellentes Beispiel, bewunderns- und nachahmenswert.

Das die Österreicher ein ebenso großes Problem mit der rechten Gesinnung einiger ihrer Bewohner haben, wie die Deutschen ist kein Geheimnis. Auch die reisserischen und populistischen Marketing-Methoden der Parteien und Meinungsmacher vom rechten Rand ähneln sich überall. Dieser Wahlwerbespot des Ring Freiheitlicher Jugend Österreich, dem jüngeren Flügel der wohl bekannten FPÖ, legt noch zwei drei Schippen und Brüste drauf. "Uns steht das Wasser bis zum Hals" ist richtig eklig und nur schwer zu ertragen.

Moderatorin Anja Reschke hat gute Worte zu einer Entwicklung gefunden, die mir schon seit einiger Zeit Bauchschmerzen bereitet. Ausländer-feindliche Hass-Parolen und Beschimpfungen werden immer salonfähiger, es scheint schon sehr normal geworden zu sein. In den Kommentarsektionen großer online Medien kriege ich regelmäßig das Kotzen. "Dagegen halten - Mund aufmachen". Ich finde gut und vor allem wichtig, dass Anja Reschke und ARD hier so klare Ansagen verteilen.

Dass auch hierzulande nicht immer alles glatt läuft und das Leben für Randgruppen und Minderheiten kein reines Blumen-Pflücken ist, ist mir klar. Dennoch spiegelt die Überschrift den ziemlich üblichen Alltag in Deutschland wieder. Cartoonist Ruthe widmet sich in jüngster Vergangenheit ziemlich oft dem Thema Rassismus in Deutschland, vor allem in Kombination mit Asylanten und Flüchtlingen. Heute postete er dieses Statement, in dem er einige schlaue und sehr richtige Dinge sagt. Die Diskussion unter seinem Beitrag ist lesenswert, zum Teil. Zum Teil auch schlicht traurig.

Die wirklich beste Unterhaltungs-Show, die es im deutschen Fernsehen je gab, ist für mich die Harald Schmidt Show. Eines seiner liebsten Themen war immer Deutschland, Nazis und der Weltkrieg. Diese Compilation seiner Nazi und Weltkrieg Witze versetzt mich gut 15 Jahre (oder mehr) zurück und ich musste schon die ein oder andere Träne verdrücken. Es gibt unfassbare 6 Episoden davon, ich gebe zu, ich habe bisher nur die erste geschafft.

Ich habe mir die Video-Aufnahmen der Demos besorgter in Freital bisher nicht angesehen, kam jetzt aber nicht mehr umhin. Und es verdirbt mir nicht nur die Laune, es ist macht mir hochgradig Angst. Am Freitag gab es eine große Gegendemo, an der auch die Antilopengang teilnahm. Man könnte es auch eine Wache nennen, denn so wie sich die Situation vor Ort darstellt, weiß ich nicht, wie sicher die Flüchtlingsunterkunft im Ort noch ist. Kumpel Marc hat einige kurze Clips der Demo zusammen getragen und auch den längeren Film der rechten Demo findet ihr nach dem Klick.