„Live Art Festival – Wie Wir Uns Aufführen“ – 01. bis 11. Juni (Kampnagel)

Gestern hat das dritte LIVE ART FESTIVAL auf Kampnagel begonnen. D.h. ich bin mit meiner Ankündigung einen Tag zu spät. Trotzdem können wir uns glücklich schätzen, dass das Festival noch bis zum 11. Juni mit einem vollen Programmkalender laufen wird, den ich nur jedem ans Herz legen kann.

Inhaltlich liegt der Schwerpunkt auf dem Thema „Herstellung des Realen“, welchem sich durch zahlreiche Tanz- und Performance Produktionen angenähert wird, um der Frage auf den Grund zu gehen, ob wir uns in einer Fiktionalität des Realen oder in einer Realität des Fiktionalen befinden. Es tut mir leid, wenn jetzt an diesem letzten Satz euer komplettes Brückentag-Wochenende zu Grunde gehen wird, da ihr euch eventuell damit in den Wahnsinn knobeln werdet. Das solltet ihr nicht tun, sondern einer der vielen Veranstaltungen besuchen und selbst entdecken wie durch Kunst neue Wirklichkeitsräume entstehen.

Exemplarisch sei unter anderem auf „Hamburg International“ von God’s Entertainment werden. Bei dem schönen Wetter ist es doch fantastisch sich auf einer Sight-Seeing Tour zu europäischen Knotenpunkten des kulturellen Lebens in der eigenen Stadt zu begeben.

„Hamburg soll endlich Europas kulturelle Hauptstadt werden! Das Theaterkollektiv God’s Entertainment erobert erneut den öffentlichen Raum und
erklärt Hamburg kurzerhand zum Dreh- und Angelpunkt Europas. Frei nach dem Motto „Ganz Europa in nur zwei Stunden erleben, God’s Entertainment macht’s möglich“ wird Hamburg um einige Sehenswürdigkeiten reicher: Von der Berliner Mauer über den Nullmeridian bis zu Jim Morrisons Grab und Amsterdamer Coffee-Shops erstreckt sich das Spektrum der temporären berühmten europäischen Sehenswürdigkeiten, um die Hamburg bereichert wird. Eine Bustour zu den Fake-Tourismus-Pilgerstätten bietet Sightseeing-Junkies die ultimative Europa-Tour. Wie schon Marcel Duchamp, der 1914 einem Kunstdruck zwei Tupfer hinzufügte, um ihn dann mit seinem Namen zu signieren, drücken God’s Entertainment dem europäischen Tourismus ihren Stempel auf. Wozu in die Ferne schweifen, wenn das Gute liegt so nah?“