Der New Yorker Fotograf Jorge Quinteros hat ein sehr interessantes Fotoprojekt mit dem Titel “Something About Me” realisiert, das sich mit klassischen Klischees und Vorurteilen befasst. Mitten in Brooklyn traf er Menschen und bat sie etwas auf die kleine Tafel zu schreiben, dass man ihnen im ersten Moment eher nicht ansehen würde. Die Fotos sind nicht nur sehr schön, sondern tatsächlich auch überraschend, manchmal.


Das erinnert mich an eine kleine Geschichte, von mir erlebt vor zwei Wochen während eines Drehs im St. Pauli Shop auf dem Kiez, wo der Skullcandy Kopfhörer releast wurde und ein wenig Musik gespielt wurde. Ich stand gerade vor dem Laden um ein paar Bilder von der Menge zu machen, als mir ein Typ ins Auge fiel, der mich wiederum auf’s Korn genommen hatte. Er lungerte vor dem Laden auf dem Bürgersteig, sah nicht besonders frisch geduscht aus und kam auch geistig eher verwahrlost rüber. Erster Eindruck eines auf dem Boden sitzenden Dudes auf dem Kiez eben.

Wie schon befürchtet erhob er sich und sprach mich, mit Blick auf die Kamera, an. „Ey, kann ich dich mal was fragen?“

„Ja, mach mal.“

„Das Mikro auf deiner Cam, nutzt du Magic Lantern um das ordentlich zu pegeln?“

Magic Lantern ist ein relativ unbekanntes Plug-In, das Spiegelreflex-Kameras von Canon ein wenig in ihren Funktionen aufbohrt, unter anderem um Mikrofone besser pegeln zu können. Dafür habe ich es mir tatsächlich auch installiert.

„Ähm ja, genau.“

„Aah, ja dann ist ja gut.“

Später stellte sich raus, er gehörte zum Dunstkreis der Band.


Vom Typennebenan