Nemi El-Hassan ist die Reporterin, die sich mit ihrem Team zum Rechtsrock Festival nach Thüringen gewagt hat, um dort die bekennenden Neonazis zu interviewen. In deren eigenen 4 Wänden, mit genügend Unterstützung im Rücken. Ich bewundere ihren Mut. Ich bin erschrocken

Ein kurzes Zeitdokument aus den späten Achtzigern. Wie schon neulich in der Doku zu den St. Pauli Champs geht es um Popper vs. Punks. Ich erinnere mich, dass die Popper bei uns Zuhause immer Schickeria genannte wurden. Das aber nur am Rande.

Man musste schon Farbe bekennen damals - und so tanzten die einen beim Konzert "wild" den Pogo und die anderen im Discostadel ganz "gepflegt" den Disco Fox.

Ich muss mich hier entschuldigen. Der Beitrag ist eindeutig aus dem Kontext gerissen und ich habe mich schnell hinreissen lassen. Der kurze Ausschnitt der 3 Jugendlichen aus Boizenburg hat bei mir in der Timeline schon ausgiebig die Runde gemacht, ich habe es mir erst spät angesehen. Mir fehlen hier einfach die Worte, ich kann das nicht nachvollziehen. Die 30 Sekunden stammen aus der NDR Reportage Weltbahnhof mit Kiosk.

In einem mecklenburgischen Bahnhof treffen zwei Welten aufeinander: Flüchtlinge auf Durchreise und Stammkunden des Bahnhofskiosks. Ängste und Unruhe gibt es auf beiden Seiten.

Vor einiger Zeit war ich mal im Knast. Als Besucher und nur für ein paar Stunden. Der kurze Aufenthalt war Teil eines Jugendprojektes und ich war dort als DJ für ein paar junge Rapper. Die 2-3 Stunden waren für mich tatsächlich ein prägendes Erlebnis, denn um überhaupt hinein zu kommen, mussten wir uns erstmal gründlich checken lassen. Auch die Taschen mit dem Equipment wurden durchsucht, Telefone waren komplett verboten. Danach war die gute Laune durchaus gedrückt. Der "Auftritt" fand in der Knast-Kapelle statt und die Insassen waren alle mindestens doppelt so alt wie "meine Rapper". Trotzdem hat es irgendwie gut funktioniert und war am Ende richtig cool. Eine schöne Erfahrung würde ich es aber in keinem Fall nennen.

Das Magazin Kontraste reiste mit dem, seit vielen Jahren in Berlin lebenden Musiker, Ndiaga durch Sachsen, um eine Art Bestandsaufnahme zu machen. Wirklich überraschend sind viele der Szenen leider nicht, erschreckend trotzdem allemal. Das Reportage-Team versucht Unterschriften für ein Flüchtlingsheim zu sammeln, während in der Dorfbäckerei eine Liste gegen das Heim ausliegt. Mindestens genauso schlimm, wie die zahllosen Diskriminierungen und beinah Übergriffe auf Ndiaga finde ich, wie stark auch die Menschen drangsaliert werden, die versuchen sich vor Ort für Flüchtlinge einzusetzen.