Gerade fand das erste „Rap for Refugees“ Charity Konzert in der Markthalle statt. Wir waren live dabei, um das Event zu begleiten. Gegen 15.00 kommen die ersten Gäste an, die Workshops stehen an: Breakdance, Beatbox und Graffiti im Oberhafenquartier, direkt hinter den Deichtorhallen mit urbaner Hafenkulisse. „Rap for Refugees“ soll auf die Banner gesprüht werden, so die Mission. Das Ergebnis empfängt später Künstler und Publikum auf der Bühne. Aber erstmal an die Dose ran tasten, ein Gefühl entwickeln, Stichwort „Strichstärke“. Ist eben doch etwas anderes als ein Stift, so eine Spraydose. Zum üben dienen große Papierbögen. Kunststück, denn dank der steifen Brise, die heute wieder in Hamburg weht sind hier gleich Skills gefragt. Drei junge Mädels zeigen Talent. Oh, die Farbe ging ins Auge. Naja, Aminata trägt den grünen Kajal mit Fassung und streetstyle Attitüde. Langsam haben sich alle warm gesprüht und kommen sichtlich auf den Geschmack. „Das ist das schönste. Wenn alle Spaß haben“, sagt Max, der Grundschullehrer ist und den Workshop betreut.

Am Sonntag findet zum zweiten Mal das Drei Viertel Get Together statt. Ein Fest Geflüchtete (&) Hamburger, dessen Erlöse allesamt an den Clubkinder e.V. gehen, der wiederum nachhaltige Projekte zur Integration unterstützt. Eine wunderbare, unbedingt unterstützenswerte Initiative, die sehr viel direkter und zielgerichteter ankommt, als die meisten offiziellen Versuche. Gerade in diesen Zeiten ist es wichtig, Willkommenskultur ernst zu meinen und zu zelebrieren. Vielen Dank an die Macher, ich verneige mich! Die Veranstaltung wird diesmal in den ehemaligen Riverkasematten stattfinden. Einen Clip vom letzten Mal findet Ihr nach dem Klick, alle weiteren Infos (auch auf Englisch) auf Facebook.

Je länger ich über diese Ministatistik grübele, desto interessanter wird sie. Ich glaube keinesfalls, dass das ein englisches Phänomen ist. Das ist schlicht und einfach eine Sache zwischen Generationen. Allerdings muss man vielleicht einfach mal festhalten, dass nicht jede komplett unzeitgemäße Meinung, berücksichtigt werden sollte. Ein schwieriges Ergebnis, dessen ewig weit reichende Konsequenzen - abgesehen von allen finanziellen Aspekten, auch in Sachen Signalwirkungen für etreme Flügel anderer Länder – bisher nicht absehbar sind.

Das schockierende Video des Mobs der den Bus mit ankommenden Flüchtlingen mit Hass-Tiraden begrüßte, ging rasend schnell durch's Netz. In dieser Nacht dabei war Dolmetscher Wolfram Fischer, der seine Erfahrungen in diesem Clip schildert. Auf deutsch und für jeden nachvollziehbar. Vielleicht macht es für den ein oder anderen, der bisher nicht verstanden hat wie furchtbar die Aktion war, einen Unterschied. Ich hoffe "ja" und fürchte "nein".

Wolfram Fischer wird diesen Tag in Clausnitz nie vergessen! Er war als Dolmetscher bei den Flüchtlingen im Bus, als ein wütender Mob den Bus blockierte. Wie er die Situation erlebt hat und warum er noch immer erschüttert ist? stern TV hat er es erzählt.

Wäre jetzt Bundestagswahl, würde die AfD auf ca. 12% kommen. Sehr viel mehr als ich befürchtet hätte und damit drittstärkste Partei. In der gestrigen Epsiode des Neo Magazin Royale hat Jan Böhmermann eine Anleitung für die Gründung einer Alternativen Partei vorgestellt. Seine Partei heisst Du für Deutschland und arbeitet mit den ganz subtilen Alltags-Ängsten der Deutschen. Wie es auch andere sehr erfolgreich tun und taten. Es sind einige Youtube-Schnippsel dabei, die mir wirklich den Mund offen stehen lassen.

Wer nicht glaubt, was Sie sagen, der ist Ihr Feind. Wer recherchiert, unterdrückt Ihre Meinung. Wer was gegen Sie sagt, der ist ein Fakten Nazi.