Das Gemälde von Everhard Jabach und seiner Familie ist 280cm x 328cm und stammt aus dem Jahr 1660. In einem aufwändigen Restaurations-Prozess hat Michael Gallagher das riesige Bild wieder in Stand gesetzt. Die 10 Monate dauernden Arbeiten wurden vom MET in 20 Blog Beiträgen dokumentiert, der kurze Clip ist aber bereits sehr beeindruckend. Ein guter Einblick in die angewandten Techniken.

"What does it take to revive a masterwork?" Michael Gallagher on conserving Charles Le Brun's Everhard Jabach and His Family Charles Le Brun (French, 1619–1690). Everhard Jabach (1618–1695) and His Family, ca. 1660. Oil on canvas; 110 1/4 x 129 1/8 in. (280 x 328 cm). The Metropolitan Museum of Art, New York, Purchase, Mrs. Charles Wrightsman Gift, in honor of Keith Christiansen, 2014 (2014.25)

Bei einem Video wie solchen fühle ich mich 30 Jahre zurück versetzt. Ich sehe mich als kleinen Butschi an der Hand von Muttern, staunend und beinahe perplex am Baustellenzaun stehen. Unfassbar, ein Bagger! Der größte Baum Seattles wurde 2013 gefällt, weil er nicht mehr gesund war und das Risiko für Menschen und Häuser drumherum zu groß wurde. Wie der Baumkletterer seine Säge beherrscht und den Koloss, in Zusammenarbeit mit dem Kranführer, Stück für Stück abträgt finde ich faszinierend. Ein starkes Stück Handwerk!

Ich habe bereits mit zwei lernenden Tätowierern zusammen gewohnt und konnte der Lern-Prozess gut beobachten. Zuerst wurde meist an Orangen geübt, dann kam gern mal der eigene Oberschenkel dran und schließlich erklärten sich die ersten Freunde bereit für Testläufe. Das Ergebnis nennt man dann Jahre später meist eine Gurke. Die beiden sind mittlerweile Meister ihres Fachs, doch der Weg dahin war lang und ich schätze, sie hätten sich über das Skin Book gefreut. Ein Notizbuch mit synthetischer Haut und Fotos diverser Körperpartien, das sich anscheinend ziemlich realistisch tätowieren lässt. Abgefahren und auch ein klein bisschen eklig.

Ein Freundeskreis aus Profi-Tischlern und anderen handwerklich begabten hat sich im Wald von Skamania County / Washington einen Traum verwirklicht. Der Superlativ eines Baumhauses wurde dort realisiert. Inklusive Skate-Bowl und Holz befeuerter Aussen-Badewanne für 8 Personen. Ich sage ja, ein Traum. Das Baumhaus selbst besteht aus zwei, über eine Brücke verbundene, Wohnräumen. Der komplette Arbeitsprozess hat über 1 Jahr gedauert und wurde in dem Kurzfilm "The Cinder Cone" festgehalten. Sehr kurzweilig und extrem motivierend! Ein Buch dazu wird es ebenfalls geben, dieses befindet sich derzeit im Kickstarter Prozess.

Wer wenig Platz hat, aber dennoch gern Besuch zum Essen empfängt, sollte sich das hier genauer ansehen. Das nötige Kleingeld sollte allerdings auch vorhanden sein, denn ganz billig ist der Fletcher Capstan Table nicht. Über einen ausgeklügelten Mechanismus lässt sich der runde Tisch auffalten und setzt sich automatisch, wie ein Mosaik, zu einer doppelt so großen Fläche zusammen. Zuerst wird die Tischfläche entriegelt und anschließend muss nur noch gedreht werden. Das ganze gibt's natürlich bei Bedarf auch elektrisch geregelt. Eine mechanische Meisterleistung, die Ihr in mehreren Clips nach dem Jump bewundern könnt. Ein Making Of dazu gibt's ebenfalls. Der Kostenpunkt liegt bei ca. 50.000€ für einen der kleineren Tische.

Künstler, Filmemacher, Bastler und insgesamt kreativer Kopf Mac Premo wurde vom World Wildlife Fund, als einer von weltweit 15 Künstlern, ausgewählt, um einen Gegenstand des Alltags neu zu interpretieren. Natürlich im Hinblick auf Nachhaltigkeit und Umweltverträglichkeit. Premo entschied sich für ein Skateboard, dass er mit seinem Kumpel Dan Sanford aus alten Eimern herstellt. Die Idee zum "Bucket Board" war geboren. Die Eimer fallen in Massen auf Baustellen an, ein kostenloser Rohstoff also, der von den beiden recycelt wird. Der Clip ist großartig, sehr flott geschnitten und lässt sich hervorragend ansehen.

Die "Sonnerie Souveraine" von F.P. Journe wurde seit 2000 innerhalb von sechs Jahren entwickelt. Jede einzelne Uhr wird komplett per Hand gefertigt und zusammen gebaut. Was die Uhr so besonders kompliziert macht, ist die "Sonnerie" genannte Funktion des Glocken-Schlags zur Viertel- und vollen Stunde. Mechanisch gelöst auf engstem Raum. F.P. Journe hält 10 Patente, die in diesem Uhrwerk stecken. Handwerk auf die Spitze getrieben. Dafür trägt man dann auch 560.000$ am Handgelenk herum.

Die Kalligrafie ist eine Kunst und ein Handwerk für sich. Wer in der Grundschule eine lesbare Handschrift hatte, liegt potenziell schon mal weiter vorn als ich. Ein wirklich ruhiges Händchen gehört außerdem dazu. Filmemacher Will Dohrn hat den Kalligrafie Pro und Designer Ged Palmer in seinem Atelier in London besucht und ihm während einiger Finger-Übungen über die Schulter geblickt. Das Motiv macht ohnehin viel her, es wurde aber auch sehr schick gefilmt. Könnte gern etwas länger sein.

Kaum ein Drum Break wurde so oft gesamplet wie der Amen Break aus dem Song “Amen Brother” von The Winstons aus dem Jahr 1969. Die Waveform dieses Breaks gibt's nun in Holz gelasert für die eigenen 4 Wände. Zu haben auf Etsy für knapp 230€. Einen Clip, der den Break in 3 verschiedenen Geschwindigkeiten abspielt, findet ihr nach dem Klick. Die originale Geschwindigkeit wurde oft als Grundlage im Jungle genutzt, die schnellere Variante im Drum & Bass. Die langsame Variante kennt man aus wirklich unzähligen Rap- und auch Pop-Songs. Etwas mehr Info zum Amen Break haben wir hier in Petto. -> 3D laser cut rendering of the Amen Break, a much loved fundamental backbone of numerous styles of electronic music. Amen-Break-Wood-1

Essen so zuzubereiten, dass es schmeckt, ist die eine Sache. Es auch noch so zu präsentieren, ist eine völlig andere Geschichte. Speziell dann, wenn es für Fotos oder Film gedacht ist, denn der Geruch ist ebenfalls eine wichtige Komponente, die uns Lebensmittel appetitlich macht. Das Auge isst mit.(!) Filmemacher und Designer Minhky Le hat ein Auge für Ästhetik und nach einem Food Styling Crash Kurs diese 3 kurzen Filme produziert. Ein Burger, ein Getränk (natürlich mit Schirmchen) und ein Eis werden serviert. Ein wenig Selbstbräuner auf der Bulette ist für Profis vermutlich die absolute Spitze des Eisbergs. Die Stecknadeln im Salat-Blatt ebenfalls. Sehr abgefahren. Der Beruf ist kreativer und auch handwerklich anspruchsvoller als ich bisher dachte. ->Three films reveal insights into the glaring contrast between home-prepared foods versus foods primed by a food stylist. Through the use of food dyes, cotton-ball stuffing, imitation ice, and an array of other clever devices, these films explore the many trickeries we are ever presented with by commercial industries in our everyday lives. It’s real food, but not really. Food-Styling

Mit seiner "Artigiani Quotidiani" portraitiert Walter Molfese Menschen, die ihre handwerklichen Berufe mit einer Leidenschaft ausüben, die üblicherweise eher Künstlern angedichtet wird. Bisher hat er einen Tischler, einen Schmied und einen Reparateur von Blas-Instrumenten vor die Linse bekommen. -> Artigiani Quotidiani (literally Daily Artisans) is a project inspired by the will to describe and rediscover the artistic side and the passion which lie behind the ancient jobs carried out in the workshops. The aim is creating a collection of short reports, able to properly highlight such a unique and fascinating job like the artisan's. [vimeo]https://vimeo.com/112901470[/vimeo]