Der New Yorker Fotograf Jorge Quinteros hat ein sehr interessantes Fotoprojekt mit dem Titel “Something About Me” realisiert, das sich mit klassischen Klischees und Vorurteilen befasst. Mitten in Brooklyn traf er Menschen und bat sie etwas auf die kleine Tafel zu schreiben, dass man ihnen im ersten Moment eher nicht ansehen würde. Die Fotos sind nicht nur sehr schön, sondern tatsächlich auch überraschend, manchmal. Das erinnert mich an eine kleine Geschichte, von mir erlebt vor zwei Wochen während eines Drehs im St. Pauli Shop auf dem Kiez, wo der Skullcandy Kopfhörer releast wurde und ein wenig Musik gespielt wurde. Ich stand gerade vor dem Laden um ein paar Bilder von der Menge zu machen, als mir ein Typ ins Auge fiel, der mich wiederum auf's Korn genommen hatte. Er lungerte vor dem Laden auf dem Bürgersteig, sah nicht besonders frisch geduscht aus und kam auch geistig eher verwahrlost rüber. Erster Eindruck eines auf dem Boden sitzenden Dudes auf dem Kiez eben. Wie schon befürchtet erhob er sich und sprach mich, mit Blick auf die Kamera, an. "Ey, kann ich dich mal was fragen?" "Ja, mach mal." "Das Mikro auf deiner Cam, nutzt du Magic Lantern um das ordentlich zu pegeln?" Magic Lantern ist ein relativ unbekanntes Plug-In, das Spiegelreflex-Kameras von Canon ein wenig in ihren Funktionen aufbohrt, unter anderem um Mikrofone besser pegeln zu können. Dafür habe ich es mir tatsächlich auch installiert. "Ähm ja, genau." "Aah, ja dann ist ja gut." Später stellte sich raus, er gehörte zum Dunstkreis der Band.

Ich muss gestehen, ich höre heute zum ersten Mal von Paolo Cirio obwohl er mit seiner Kunst bereits mediale Aufmerksamkeit en Masse erfahren hat und sicher auch in der Blogosphäre kein unbekannter ist. Ein Blick in sein Portfolio lohnt in jedem Fall. Für seine aktuellste öffentliche Installation bedient er sich bei Google und dessen Street View, für dessen Daten tausende Menschen fotografiert wurden, ohne das jemals deren Erlaubnis eingeholt wurde oder gar eine Bezahlung floß. Cirio wiederum nutzt die Fotos der Personen, klebt sie in lebensechter Größe genau dort auf, wo sie ursprünglich fotografiert wurden - unter Anderem in New York und Berlin - und möchte auf diese Art & Weise seinen Protest ausdrücken. Mehr Street Ghosts gibt's nach dem Klick. -> In this project, I exposed the specters of Google’s eternal realm of private, misappropriated data: the bodies of people captured by Google’s Street View cameras, whose ghostly, virtual presence I marked in Street Art fashion at the precise spot in the real world where they were photographed. Street Ghosts hit some of the most important international Street Art “halls of fame” with low-resolution, human scale posters of people taken from Google Street View. These images do not offer details, but the blurred colors and lines on the posters give a gauzy, spectral aspect to the human figures, unveiling their presence like a digital shadow haunting the real world. This ready-made artwork simply takes the information amassed by Google as material to be used for art, despite its copyrighted status and private source. As the publicly accessible pictures are of individuals taken without their permission, I reversed the act: I took the pictures of individuals without Google’s permission and posted them on public walls. In doing so, I highlight the viability of this sort of medium as an artistic material ready to comment and shake our society. The collections of data that Google and similar corporations have become the material of everyday life, yet their source is the personal information of private individuals. By remixing and reusing this material, I artistically explore the boundaries of ownership and exposure of this publicly displayed, privately-held information about our personal lives.

Der französische Illustrator Grégoire Guillemin hat die Marvel-Heroes in sehr minimalistischen Serie neu verpackt. Mir gefällt der Ansatz der "Smooth Minimalist Superheroes" Serie und wenn es in meinem Palast noch eine freie Wänd gäbe, hätte ich nicht übel Lust mir ein paar der Drucke zu kaufen. Einen Banksy hänge ich dafür allerdings nicht ab, also wirds leider nichts. Mehr Heldentum gibt's nach dem Klick.

Wieder ein schöner Tumblr, den ich euch ans Herz legen möchte. Ich mag diese Bildersammlungen zu einzelnen Themenkomplexen wie Kim Jong-Il im Club, die tote Flora oder auch der Filmography Tumblr. Solltet ihr die gerade genannten Tumblr übrigens nicht kennen... Music History in Gifs widmet sich Klassikern der Musik-Geschichte, deren Cover als 8-Bit Grafiken animiert wurden. Schöne Sache! Hier ein paar Beispiele, viel mehr gibt's drüben.

Für ein karikatives Projekt hat Slinkachu diese Installation in einem Township bei Kapstadt / Südafrika gebastelt. Khayelitsha liegt etwas außerhalb der Stadt und ist Heimat für 500.000 - 1.500.000 Millionen Menschen, die überwiegend in Wellblech- und Papp-Hütten leben. HIV ist dort ein großes Thema, dass sich nur schwer in den Griff kriegen lässt. Viele Kinder werden mit AIDS geboren und Slinkachu möchte einen versuchen einen Teil zur Besserung der Situation beizutragen, indem alle Erlöse dieses Motivs einer Organisation namens Baphumelele zu Gute kommen. Wie so oft bei Slinkachu schön auf den Kopf getroffen. Mehr Bilder nach dem Klick.

Die Idee ist prinzipiell nicht neu, es gibt bereits diverse Tumblr und Flickr Accounts die sich damit beschäftigen alte Fotos an der damaligen Location in einen aktuellen Kontext zu montieren. FILMography verfolgt das selbe Prizip, allerdings unter Verwendung monochromer Filmszenen. Find ich gut, auch die etwas rudimentäre Art der Gestaltung. Zwei weitere Bilder gibt's nach dem Klick. The Dark Knight Rises Fame