The Tribe – Trailer zum ukrainischen Drama in Gebärdensprache

Aus einem sozialpädagogischen Beruf kommend, dessen absolutes Fundament die menschliche Kommunikation zur Beziehungsgestaltung ist, beschäftigen wir uns nicht nur mit Sprache, sondern vor allem mit Mimik und Gestik. Unbewusst verrät diese einen schon meist vor jedem Sprechakt. Gehörlose Menschen bemächtigen sich der Gebärde, um damit ihr eigene Sprache zu gestalten. Der ukrainische Regisseur Miroslav Slaboshpitsky ist das Risiko eingegangen mit seinem Erstlingswerk einen Film zu drehen, in dem in Gebärdensprache gesprochen wird.

Sein Film „The Tribe“ handelt von dem gehörlosen Sergey, der auf einer Schule für Gehörlose, sich durch die Hierarchie einer dort ansässigen Bande kämpfen muss. In diesem Film wird nur Gebärdensprache verwendet. Die Darsteller sind alles Gehörlose und der Regisseur musste sich beim Dreh vieles übersetzen lassen, um überhaupt nachvollziehen zu können, ob die Schauspielerinnen und Schauspieler sich ans Skript halten.

Die dort gezeigt Gehörlosensprache ist ukrainisch und unterscheidet sich somit von der deutschen Gebärdensprache, womit der Film selbst für hiesige Menschen, die Gebärdensprache beherrschen, nur zu ca. 20 % zu verstehen ist. Womit wir wieder zur Bedeutung der Mimik und Gestik zurückkehren. Keine Laute produzieren zu können heißt nicht, nicht sprechen können, keine auditiven Informationen zu erhalten heißt nicht, nicht verstehen können.

Ein furioses, mutiges erstes Werk, dass bei den Cannes Filmfestspielen den Critics Week Grand Prize gewonnen hat. Der Film lief bei uns letztes Jahr auf dem Hamburger Filmfest. Offizieller deutscher Releasetermin ist der 01. Oktober 2015.

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