Vor drei Wochen haben wir euch über den Start des „Station To Station – A Nomadic Happening“ informiert. Der Zug voller Künstler und kreativer Köpfe ist mittlerweile an seinem Ziel, der 16th Street Station in West Oakland, angekommen und hat eine bemerkenswerte und sicher auch sehr spannende Reise hinter sich.

Tobias Jundt von Bonaparte und Carl Jakob Haupt von Dandy Diary waren vom Startschuss in New York bis zum Finale in Oakland an Bord und haben einiges zu berichten. Einige Auszüge aus ihren Text-Konversationen findet ihr nach dem Klick.

Außerdem viele Fotos vom Abschluss-Event dessen herausragendste Installationen vermutlich die Plattenspieler unter Wasser von Evan Holm und die – bereits aus New York bekannte – Rauch Performance von Olaf Breuning sind. Weiterhin gibt es Arbeiten von Liz Glynn, Ernesto Neto, Urs Fischer und Kenneth Anger sowie ein sehenswertes Video vom Happening in La.A. zu sehen.

Musik gab es von Jehnny Beth, Lead-Sängerin der Englischen Post-Punk Band Savages, und Dan Deacon, der das Publikum eine Handy-Choreographie performen liess.

Wer sich die komplette Reise ansehen möchte, kann dies auf der offiziellen Webseite, auf Facebook oder auch über Hashtag #stntostn auf Instagram und Twitter tun.

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Station To Station - Das finale in Oakland

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Intro:
Tobias: beep!
Jakob: What down in NYC? Wie isses ohne die Levi’s Gang?
Tobias: schlimm… ich verschlafe morgens und ich verirre mich abends…
Jakob: Stark!
Tobias: haha… nein also, alles ganz entspannt hier. Brooklyn zeigt sich von seiner angenehmeren Seite.
Jakob: Noch angenehmer als neulich?
Tobias: Was macht Berlin? Ich will Curry-Wurst rot-weiss bitte 1 x durch Skype gesendet.
Jakob: Gibt’s ja hier fast nirgends gewaltfrei – was ’ne Frechheit ist.
Jakob: Oder hast du n tip-top Veggie-Currywurst-Dealer, den du mir empfehlen kannst?
Tobias: Angenehm: habe natürlich gelogen, bin die neue Bonaparte Platte am reinhauen. Endspurt im Studio ist immer nahe am Wahnsinn. Faustaustausch mit sich selber. Aber: Abends gibt es „El Superior“!
Tobias: Veggy-Wurst-Imitation: der Typ im KOPPS am Koppenplatz, der macht deutsche Gerichte, die der Opa als „korrekt“ empfindet, die jedoch alle vegan sind. Passt.
Tobias: Und: hiermit wären wir ja beim Thema: BERICHT ZU STATION TO STATION. haha
Jakob: Auf gayts!
Jakob: Also, was waren – rückblickend – deine Highlights, auf unserer Zugtour? Was war die TOP-Story, die du immer als erstes erzählt hast, wenn dich jemand nach deinen Erlebnissen gefragt hat?
Tobias: Wie empfandest du denn die Reise, so im Rückspiegel betrachtet?

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Highlights:
Jakob: Mein Highlight der Reise war sicher Chicago.
Jakob: Mavis Staples, die Grande Dame des Soul, war irre.
Tobias: ah Mavis Staples… liebe! hatte ich seit über 10 Jahren nicht mehr gesehen… sie war grandios.
Jakob: Wäre ich ein paar Jahrzehnte älter, sie wäre genau mein Typ.
Tobias: Und ich glaube es hat vor allem alle so berührt, weil es eben den Soul zurückbrachte.
Jakob: Iss sexy…. allein der Stimme und des Gehstocks wegen. Ja, auch der Soul. War saugeil.
Tobias: wenn Kunst nur für den Kopf ist, kriegt man Kopfschmerzen. Mavis hat da schon einen in der Magengegend platziert.
Jakob: Aber auch die Black Monks of Mississippi, von denen ich vorher noch nie was gehört hatte, waren brutal stark.
Tobias: …meine Favoriten waren die Menschen, welche irgendwie zwischen den Welten standen: der Auctioneer und der Peitschenmann.
Tobias: also die „Cowboy-Kunst“, sozusagen….
Jakob: Der Auctioneer war sehr angenehm. Ein – wie man wohl sagt – waschechter Amerikaner. Ein Cowboy.
Jakob: Schön auch die Geschichte, dass er den Cowboy-Hut tragen darf, weil er es sich verdient hat.
Tobias: der Auctioneer Eli derweilen jr. würde also jeden Rapper von Spandau bis Köpenick an die Wand batteln mit seiner Zungenschnelligkeit. und Chris Camp „the chip guy“ könnte auch bei Rammstein anstelle des Schlagzeugers mit seinen zwei Peitschen den Takt angeben…
Jakob: Wie genau er es sich verdient hat, weiß ich nicht mehr. Aber irgendetwas muss man wohl dafür tun, um das zu dürfen. Saustark!

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Train:
Jakob: Hast du den alten Mann, den originalen Zugfahrer, ganz vorn in einem der Waggons, entdeckt? Neben den Cowboys war er einer der authentischsten Männer an Bord.
Jakob: Apropos Männer: insgesamt waren ja sehr viele Männer an Bord. Was sicher daran liegt, dass Jeans immer noch eine Männerdomäne sind. Dass 501-Jeans an beiden Geschlechtern aber gleich gut funktionieren, hat ja spätestens die Geschwisterband White Mystery gezeigt. Sahen beide tip-top aus, in ihren Hosen (und ihren Frisuren).
Tobias: witzig… bis an die Spitze des Zuges habe ich es leider nie geschafft – da war ja Doug Aitkens Privatwagen, da kam ich nie durch. was er genau da drin gemacht hat, bleibt auch ein Rätsel…
Jakob: Kunsthandwerk in jedem Fall.
Tobias: ich hätte ja gerne noch eine Sequenz gesehen, wo man eine 501 zwischen zwei Pferde spannt, und dann testet, ob sie tatsächlich nicht reisst… haha
Jakob: Hast du die irre Story von dem Mädchen aus Chicago mitbekommen? Die ist ein riesen Doug Aitken-Fan, hat von dem Station to Station Event in der Bahnhofshalle gehört, ist hingegangen, hat versucht irgendwie Doug zu treffen – und dann einfach jemanden gefragt: „Sag mal, weißt du, wer von den Leuten hier Doug Aitken ist?“
Jakob: Und dann war er es – hollywoodreif – natürlich selbst.
Jakob: Dougie hat das Mädchen dann eingeladen am nächsten Tag mit dem Zug mitzufahren, nach Minneapolis.
Jakob: Hat sie dann auch gemacht – und war überglücklich. Eine schöne Geschichte. Wenn auch etwas kitschig.
Tobias: ja, genau. die fuhr dann ja bis Minneapolis mit. und dann habe ich entdeckt, dass sie auf air b’n’b sogar eine „Mitfahrgelegenheit“ im Station to Station Zug anboten – und sie werbten dafür mit einem Bild von DIR! yes…!
Jakob: Solange sie keinen gemeinsamen Schlafwagenplatz mit mir angeboten haben – all easy!
Tobias: jetzt ist das Bild mit dir leider raus… https://de.airbnb.com/rooms/1633040
Jakob: Jammerschade.
Tobias: Ich fand ja die Menschen im Levi’s Wagon sehr nett. Der Herr Strauss hat sicher in sein Testament geschrieben: wenn ich mal weg bin, nur nette Leute anstellen bitte.
Jakob: Ja, das hat er. Ganz sicher.
Tobias: Tja… ich dachte ja auch ich würde dann live spielen an einem der Stops… am Ende haben wir jeden Tag auf 5.01pm gewartet, um die herrlichen Levi’s Happy Hour Cocktails zu verschlingen… ich ziehe das mittlerweile durch: jeden Tag um 5:01pm gibt’s einen Drink!

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End:
Tobias: das nächste Mal wenn wir uns treffen, in Berlin zur vegan Currywurst, muss es um 5:01 sein – inklusive Cocktail! 5:01 ist die neue Happy Hour.
Jakob: Absolute Normalität!
Tobias: ich fand ja lustig als wir von Pittsburgh nach Chicago fuhren und die Zeitzone genau am ende der Happy Hour passierten. Also war es um 6pm plötzlich wieder 5pm und nach nur einer Minute Wartezeit erneut: Happy Hour bei Levi Strauss!
Jakob: Ja, das war stark. Das war vielleicht mein Lieblingsmoment.
Jakob: Tobias, ich muss los, die rare Sonne genießen. Vitamin D reinknallen. Gute Laune bekommen.
Jakob: Meld dich, wenn du in Berlin bist, dann geht’s um 5:01 zur Currybude.
Jakob: Ahoi und bis bald!
Tobias: Yo, ich muss auch mal ins Studio hier… geniesse die Sonne, in Berlin ist sie nicht jeden Tag.
Tobias: Ahoi!

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Dieser Beitrag entstand mit freundlicher Unterstützung von Levi’s